Von den sieben Meeren an die sieben Seen

Von den sieben Meeren an die sieben Seen: Was Ex-Marinesoldat Christoph Mädlin zurück in seine Heimat Westmecklenburg zog vergrößern

Acht Jahre lang war Christoph, 31, als Marinesoldat der Bundeswehr auf den Weltmeeren unterwegs. Seit kurzem ist der gebürtige Schweriner jedoch zurück in der Heimat – und hier privat wie auch beruflich wieder voll angekommen.

(Wieder) in Westmecklenburg angekommen

Für ihn, der schon so viele Länder gesehen und so vieles erlebt hat, ist eines klar: Zuhause ist es am schönsten. „Was an Schwerin toll ist, ist das Stadtbild: Man hat hier nicht nur Betonblock an Betonblock, sondern den schönen Wald und die ganzen Seen in Nähe“, schätzt er den Naherholungsfaktor der Landeshauptstadt. Vergleiche hat er genug: Hamburg und viele andere Hafenstädte hat er in seiner Soldatenlaufbahn bereits kennengelernt. Auch Familie und Freunde wohnen in Schwerin – bis auf seine Schwester, die aus beruflichen Gründen noch in einem Nachbarbundesland zuhause ist. Aber auch sie würde gerne zurückkommen – dann wären alle vereint.

 

Sein Leben ist planbarer geworden, seit er seine Uniform „an den Nagel gehängt“ hat, das schätzt er besonders. Mit Anfang dreißig, so der staatlich geprüfte Elektrotechniker, möchte man schließlich auch einmal sesshaft werden. Gesehen hat er auf seinen zahlreichen Manövern im Mittelmeer und vor der afrikanischen Küste genug. Damals wusste er oft nicht, was die nächsten Wochen oder Monate bringen: „Im März wusste man nicht, wo man im August ist. Dann hieß es im Juni auf einmal Urlaubssperre – wir fahren in zwei Monaten irgendwohin. Auf Dauer war das sehr belastend, wenn man ein halbes Jahr lang gar nicht zuhause war.“

 

Schon als Schüler vom Meer fasziniert

Christoph Mädlin aus Westmecklenburg: Nach acht Jahren auf See wieder zurück in der Heimat

Christoph aus Westmecklenburg: Nach acht Jahren auf See wieder zurück in der Heimat

Dennoch will er die acht Jahre als Zeitsoldat auf See nicht missen, war doch das Meer überhaupt der Grund für seine erste Laufbahn: Schon als Berufsschüler in Wismar faszinierte es ihn – erste Berührungspunkte gab es im Rahmen des Projekts „Schule an Bord“, wo Christoph eine Woche lang an Bord eines alten Lotsenschoners die Ostsee erkundete. Da er nach der Ausbildung zum Elektroinstallateur ohnehin seinen Grundwehrdienst antreten musste, entschied er sich, seine neu gefundene Leidenschaft damit zu verknüpfen: Er wollte zur See fahren. Bei der Marine gefiel es ihm dann so gut, dass er seinen Dienst das eine ums andere Mal verlängerte. „Das nächste Manöver mache ich noch mit“, dachte er öfters und aus einem wurden zwei, drei, und so weiter. Am Ende vergingen acht Jahre, bis er 2012 den Wunsch nach dauerhaftem Boden unter den Füßen verspürte. „Ich ließ mir eine vorzeitige Freistellung von militärischen Dienst geben und fing gleich einen Fortbildungskurs an“, erzählt Ex-Soldat Christoph motiviert. Zuletzt diente er als Stabsgefreiter.

 

In Schwerin holte er so nach seiner Bundeswehrkarriere den Realschulabschluss nach. 2015 erwarb er an der Berufsschule für Technik den Abschluss als „Staatlich geprüfter Techniker der Elektrotechnik“. Durch Zufall fand er dann zu seinem jetzigen Arbeitgeber, der Wemag: Ein Kollege erzählte ihm in der Fortbildung von dem Stellenangebot – Christoph bewarb sich und wurde zum zweitägigen Assessment-Center eingeladen, wo er als Ex-Soldat mit seiner strategischen Herangehensweise und Stressresistenz punktete. Christoph resümiert: „Es war ein großes Glück, dass es mit den Job in der Heimat so schnell geklappt hat.“

 

Zweitkarriere mit verantwortungsvoller Aufgabe

Mit seiner „Zweikarriere an Land“ ist Christoph vollauf zufrieden: „Als Netzführer trage ich extrem viel Verantwortung. Die Aufgabe hier ist wesentlich umfangreicher. Früher bei der Marine war ich dafür zuständig, dass die Elektronik an Bord unseres Schiffes funktioniert – jetzt bin ich für das ganze Stromnetz verantwortlich sowie zusätzlich für das Einspeisemanagement und die Lastverteilung.“ Ein hochkomplexer Job, denn Christopher muss einerseits Netzengpässe entlasten und andererseits Kapazitätsgrenzen bei zu viel erzeugter Energie einhalten. Auch, dass er in jetzt Schichten arbeitet, stört ihn nicht. „Klar werden manchmal Kollegen krank oder es wird stressig, aber das ist alles kein Vergleich mit der Marine, wo man sich mit dem ‚Leben in der Lage‘ einfach abfinden muss“, ist er begeistert. Für ihn ist eines klar: Zuhause in Westmecklenburg ist es am schönsten.


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