Gutshaus statt Reihenhaus: So wohnt Westmecklenburg

Mein Landsitz Luckwitz: Auch im Winter romantisch vergrößern

International erfolgreich – zuhause in Westmecklenburg

Beruflich bereist Johan, 50, die Welt – momentan ist er als Geschäftsführer einer Werbeagentur in der österreichischen Hauptstadt Wien tätig. Doch seit zwölf Jahren gibt es einen Ort, an dem der Weltenbummler seine Mitte gefunden hat, an den es ihn immer wieder zurückzieht – einen Ort der Stille, an dem er Kraft und Kreativität tankt: Das Gut Luckwitz in Wittendörp, einem kleinen Dorf in Westmecklenburg.

 

Ringsum: Felder statt Betonfassaden. Ein Bussard wartet auf seine Beute. Aus den hohen Fenstern blickt man in endlose Weite. Das einzige Geräusch weit und breit ist das leise Gegacker von Hühnern. Gut Luckwitz ist eine Oase der Ruhe, fast schon unwirklich leise. Elegant mit sorgsam ausgewählten Antiquitäten möbliert, versprüht jeder Raum einen eigenen Charme. Das Innere des backsteinernen Gutshauses wirkt gleichzeitig stilvoll wie aus einem Interieur-Magazin entsprungen und dennoch unaufgeregt bodenständig – ein Platz zum Entspannen und Leben, kein Museum. Ein Platz, dem die kreative Ader des adligen Hausherren eine unverwechselbare Note gegeben hat, an den nicht nur er, sondern auch seine Freunde mit ihren Familien gerne immer wieder zurückkehren.

 

Wie aber kam Johan – ursprünglich aus Schweden stammend –  auf die Idee, ein altes Gutshaus in Westmecklenburg vor dem Verfall zu retten und es in jahrelanger Detailarbeit unter den Argusaugen des Denkmalschutzes liebevoll zu renovieren?

 

Familiäre Wurzeln in Mecklenburg-Vorpommern

Obwohl er in Stockholm geboren ist, kommt Johans Familie auf mütterlicher Seite aus Mecklenburg-Vorpommern. So wuchs bereits seine Mutter hier vor der Flucht 1945 auf einem Gut auf. „Zum Glück ist es ist mittlerweile wieder in Familienbesitz und wird von meinem Cousin bewirtschaftet“, erzählt Johan. Als auch er sich mit Ende Dreißig mit dem Gedanken des Immobilienerwerbs beschäftigte, suchte er bewusst ein Objekt mit emotionalem Wert, kein anonymes Reihenhaus. Nach all den Jahren, in denen es ihn von Land zu Land zog, verspürte er das innere Bedürfnis, einen emotionalen Anker zu werfen: Johan wuchs in Schweden, Frankreich und der Schweiz auf. Auch als Erwachsener fand er keine Ruhe, berufliche Herausforderungen führten ihn immer wieder quer durch die Welt, er wohnte unter anderem in London, Frankfurt, Düsseldorf und Hamburg. Doch zuhause fühlte er sich nirgends. „Wegen meiner beruflichen Reisetätigkeit bin ich wohl ein Urlaubsmuffel. Ich suchte also einen Ort, an dem ich sowohl meine Urlaube als auch die Freizeit verbringen kann – einen echten Rückzugsort eben“, erläutert Johan.

 

Den familiären Wurzeln folgend, recherchierte er damals gezielt Objekte in Mecklenburg-Vorpommern. Schließlich fiel die Wahl auf Gut Luckwitz – in Westmecklenburg. „Einerseits ist Wittendörp sehr verkehrsgünstig gelegen, man ist in zehn Minuten an der A24, in einer Stunde in Hamburg, in zwei Stunden in Berlin“, überzeugte Johan die Lage des schmucken Backsteinbaus mit der romantischen Parkanlage sofort. „Zusätzlich hatte das Anwesen keine unzähligen Jahre Leerstand hinter sich, da es bis 2003 noch als Kinderheim genutzt wurde. Deshalb war die Substanz noch in einem sehr guten Zustand.“ Ein echter Glücksgriff also, wenn man die maroden Zustände vieler ehemaliger Herrenhäuser bedenkt. Auch die Ausstrahlung des Objekts überzeugte: In der Bauweise relativ schlicht gehalten, verfügt Luckwitz dennoch über eine Eleganz und Ausstrahlung, die ihresgleichen sucht. „Ich fühlte mich sofort zuhause“, erinnert sich Johan an die erste Besichtigung.

 

Von der 650-Quadratmeter-Baustelle zum Ruhepol

Die Renovierung, die nach dem Kauf im Jahre 2005 startete – Verkäufer war der Landkreis Ludwigslust-Parchim – war kein Kinderspiel.  Zwar gehört Gut Luckwitz zu den kleineren Anlagen seiner Art, doch dauerte die – relativ zügige – Kernsanierung bereits rund ein Jahr. „Ich bin aber bereits im Februar 2006 eingezogen, während dessen die Renovierung des restlichen Hauses weiterlief“, erinnert sich Johan. Dennoch ist ein Bauprojekt dieser Größenordnung eine niemals endende Aufgabe, so musste vor etwa vier Jahren der Keller noch einmal grundsaniert werden. „Verzögerungen kamen hauptsächlich aus Gründen der Finanzierung zustande – ich stemmte das Projekt ja finanziell selbstständig von meinem Gehalt. Welcher Bauherr kennt es nicht: Während der Renovierungsphase wird das eine oder andere doch etwas teurer als geplant. Förderungen in der Form gab es für die Renovierung leider nicht, dafür aber viele Auflagen vom Denkmalschutz.“ Dieser achtet natürlich genau darauf, was mit derart geschichtsträchtigem Gemäuer geschieht. „Schlussendlich  habe ich mit dem Denkmalschutz aber sehr positiv und gut zusammengearbeitet“, resümiert er, „man hat nämlich nach einiger Zeit gesehen, dass es auch mir um das Bewahren ging.“

 

Eleganter Rückzugsort in Westmecklenburg: der Landsitz Luckwitz

Eleganter Rückzugsort in Westmecklenburg: der Landsitz Luckwitz

So konnten Kompromisse gefunden werden, die sowohl dem Geldbeutel des Bauherren als auch den Auflagen des Denkmalschutzes gerecht wurden. Überhaupt findet Johan – neben der einzigartigen Atmosphäre – generell viel Positives an seinem „neuen“ Zuhause: „Bei einer alten Bausubstanz weiß man wenigstens, was man hat. Da wurden noch keine modernen Baustoffe eingesetzt, von denen man keine Ahnung hat, wie sie sich in zehn oder zwanzig Jahren verhalten werden.“ Langweilig wird ihm an seinen Wochenenden am abgelegenen Gut Luckwitz ohnehin nicht, denn der Landsitz ist in Johans Freundeskreis ein beliebtes Reiseziel zum Entspannen und gemütlichen Plaudern in engstem Kreise. Legendär ist zum Beispiel Johans jährliches Gänseessen zu St. Martin, das bereits Tradition hat. Und auch wenn er doch einmal alleine sein Wochenende auf seinem Gut verbringt, vergeht die Zeit wie im Fluge. „An einem Haus – egal ob alt oder neu – gibt es nämlich immer etwas zu tun“, lacht der Fünfzigjährige, der mit seiner Kaufentscheidung auch nach nunmehr zwölf Jahren glücklicher nicht sein könnte.

 

Ferien im Paradies Westmecklenburg

Dabei kann die Ruhe auf Gut Luckwitz jeder genießen – drei Ferienwohnungen machen es möglich.

„Die Gesamtfläche wäre für mich privat nicht nutzbar gewesen, dazu ist das Gutshaus einfach zu groß“, erklärt Johan das Konzept „Mein Landsitz Luckwitz“. So können auch Gäste aus aller Welt die Ruhe und Atmosphäre des romantischen Anwesens genießen. Inspiriert von seiner Heimat Westmecklenburg, verfolgen die Wohnungen mit den klangvollen Namen „Bernstein“, „Parkblick“ und „Nordlicht“ jeweils eigenständige Ausstattungskonzepte. Dafür verantwortlich ist nicht etwa ein renommierter Innenarchitekt, sondern wiederum Hausherr Johan, der die Wohnungen mit Liebe zum Detail in einzigartige Domizile verwandelte. Wer in der Ferienwohnung „Nordlicht“ nächtigt, hat mit den weißen Holzmöbeln und der zurückhaltend-maritimen Dekoration beispielsweise das Gefühl, eine romantische Nacht an der Ostsee zu verbringen. Und dort gibt es bekanntlich den einen oder anderen Bernstein zu finden – was den Titel der zweiten vollausgestatteten Ferienwohnung erklärt. „Dabei ist der Name Bernstein doppeldeutig: Denn ich habe hier in Luckwitz eine liebe ältere Dame als Nachbarin, die Oma Bernstein heißt. Ihr zu Ehren – und weil es zum Thema Westmecklenburg passt – habe ich diese Bezeichnung gewählt“, erklärt der Gutsbesitzer, dem die freundschaftliche Beziehung zu seinen Nachbarn sehr wichtig ist. „Ein guter Draht ins Dorf ist das A und O für jeden Neuzugezogenen, alteingesessene Nachbarn sind ein optimaler Multiplikator.“ So hilft man sich seit Jahren gegenseitig – und die frischen Eier von Oma Bernsteins Hühnern landen regelmäßig auf Johans Frühstückstisch.

 

Stilvoll genießen – auf Gut Luckwitz in Westmecklenburg

Stilvoll genießen – auf Gut Luckwitz in Westmecklenburg

An Westmecklenburg schätzt Johan vor allem die Landschaft und die intensive Natur. „Westmecklenburg hat diesbezüglich etwas Unschuldiges und Unverbrauchtes, das mich immer wieder inspiriert. Als Jäger ist für mich natürlich auch die vielfältige Wildtierwelt Westmecklenburgs sehr interessant. Außerdem erinnert mich Westmecklenburg an meine schwedische Heimat, in der ich meine Kindheit verbrachte“, fasst Johan zusammen, warum er sich nach einer langen Arbeitswoche im Ausland immer wieder auf Luckwitz freut. „Ich kann all jene, die in Westmecklenburg leben, nur dazu ermuntern, der Region treuzubleiben. Jene, die Westmecklenburg noch nicht kennen, kann ich eigentlich nur bitten, sie kennenzulernen und sich den Schönheiten und Besonderheiten der Region zu öffnen.“


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