Firma, Familie und die eigenen vier Wände

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Es kommt anders, als man denkt

Von Westmecklenburg nach Hamburg und zurück: Seine Ausbildung zum Fachinformatiker verschlug den gebürtigen Westmecklenburger Marco um die Jahrtausendwende für rund zehn Jahre nach Hamburg. Obgleich mit der großstädtischen Wohnsituation nicht vollkommen glücklich, hegte er keine konkreten Rückkehrpläne – die Karriere ging vor. Doch bekanntlich kommt es meistens anders, als man denkt: Denn 2008 lernte er auf der Geburtstagsfeier eines Freundes zufällig seine heutige Frau kennen – und die war aus Pampow. Damit war der Grundstein für Marcos Rückkehr nach Westmecklenburg gelegt.

Zu mir oder zu dir?

Zu mir oder zu dir? Hamburg oder Westmecklenburg? Diese Frage beschäftigte das Paar von Anfang an – eine Entscheidung war nur eine Frage der Zeit. Marco, als Techniker naturgemäß rational veranlagt, wog sämtliche Optionen ab. Auf der einen Seite Hamburg: Für eine kleine Familie zu teuer, für Kinder mancherorts zu gefährlich. Auf der anderen Seite Westmecklenburg: Für den Preis einer Hamburger Drei-Zimmer-Wohnung kann man hier zwar ein Haus mieten, aber Pendeln ist die Konsequenz. Dennoch fiel die Entscheidung – vor allem zugunsten der Kinder – rasch auf Pampow in Westmecklenburg. Ein erschwingliches Häuschen mit Garten zum Austoben und Genießen lauer Sommerabende und die Lage vor den Toren Schwerins überzeugten: Nur eine halbe Stunde Fahrtzeit mehr als innerhalb Hamburgs, dafür aber an den monatlichen Fixkosten enorm gespart – und unterm Strich noch ein dickes Plus in der Lebensqualität. „Endlich hatte ich den Großstadttrubel hinter mir gelassen und wieder Natur um mich“, freut sich Marco, der immer noch in Pampow lebt. Er bereut seine Rückkehr nach Westmecklenburg kein bisschen: „Erst kürzlich war ich für einen beruflichen Termin in der Hamburger Innenstadt. Da habe ich wieder gemerkt: Das brauche ich nicht mehr, da habe ich mein Idyll in Westmecklenburg echt lieber.“

 

Vom Pendler zum Unternehmer

Rund zweieinhalb Stunden verbrachte Marco täglich im Regionalzug. Viele Jahre lang – und trotz der monatlichen Kosten für das Pendlerticket und des Zeitaufwandes überzeugt davon, dass es sich lohnt. Doch dann bekam die Familie Zuwachs. Als Marcos Frau aus der Elternzeit in den Beruf zurückkehrte war klar: Ihre Schichtarbeit lässt sich nicht mit den Kinderbetreuungszeiten und Marcos Pendlerdasein vereinbaren. „Da kam mir 2012 die Idee, mich in Schwerin selbstständig zu machen“, erzählt Marco, der heute in der Landeshauptstadt seit 2013 erfolgreich die Internetagentur „netzmagnet“ betreibt. Viele seiner Kunden sitzen in Hamburg, doch auch als Unternehmer entschied sich der Informatiker für den Standort Westmecklenburg. „Hamburg ist für ein Start-Up viel zu teuer, die Miete für die Geschäftsräume hätte ich mir anfangs gar nicht leisten können – und dann wären sie vielleicht auch noch in einer nicht so tollen Gegend gewesen“, resümiert er. Außerdem kann er seine Hamburger Kunden auch von dem rund eine Stunde entfernten Schwerin aus optimal betreuen. Derzeit verfügt „netzmagnet“ allerdings erst über zwei Mann Stammbesatzung, Auftragsspitzen werden mit Freelancern abgefangen. Das liegt vor allem am Fachkräftemangel, erklärt der Geschäftsführer: „Gute Mitarbeiter sind in Westmecklenburg schwer zu finden. Mir fehlen also einfach die Fachkräfte – dabei würde ich die Agentur gerne vergrößern.“

 

Marco und sein jüngster Nachwuchs freuen sich über das Naturidyll in Pampow, Westmecklenburg

Familienparadies Westmecklenburg

Dennoch ist Marco mit seinem neuen Leben in Westmecklenburg vollauf zufrieden. Die beiden Kinder sind gut in das Pampower Vereinsleben integriert, für Anschluss und Freizeitgestaltung ist also gesorgt. Ein weiteres großes Plus neben Natur, Vereinsleben und  erschwinglichem Wohnraum für Familien ist die Kinderbetreuung. „Westmecklenburg ist sehr familienfreundlich“, erzählt er von seinen Erfahrungen „hier wird die Kinderbetreuung nämlich durch das Land und die Kommunen gefördert, sodass ein Vollzeit-Kita-Platz für unter zweihundert Euro zu haben ist.“ Undenkbar in Hamburg, wo Kitaplätze nicht nur stark umkämpft, sondern auch um ein Vielfaches teurer sind. „Der Hortplatz für den älteren Nachwuchs kostet sogar nur 90 Euro – und die Tochter wird bis abends super betreut“, schwärmt er. Für all jene, bei denen Werte wie Familie und Lebensqualität ganz oben stehen, sei Westmecklenburg ideal. Nur genügend Fachkräfte, die fehlen diesem gemütlichen Fleckchen Erde noch.

 

Mehr über Marcos Werbeagentur „netzmagnet“ gibt’s hier und auf Facebook.

 


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