Schwerin ist erstklassig

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Nicht jeder Vertrag bei einem Traumverein bringt für einen Profisportler auch zwingend das Leben in einer Traumstadt mit sich. Mit der Landeshauptstadt Schwerin hat Jennifer Geerties, 23, es zum Glück super getroffen, findet die Volleyballerin.

 

Norden ist Heimat

Jennifer ist die Kapitänin des Rekordmeisters SSC Palmberg Schwerin. Hier spielen Top-Volleyballerinnen aus der ganzen Welt, jede Saison kommen neue Gesichter dazu – und ausnahmslos alle preisen unisono, wie toll die Stadt ist, wie gut man sie sich erlaufen kann und wie herzlich die Menschen in Westmecklenburg sind. Seit vier Jahren ist die Volleyballerin Wahl-Schwerinerin, kam nach Stationen in Berlin und Vilsbiburg (Bayern) in den Norden. Die geographische Lage inmitten der Metropolregion Hamburg hatte durchaus Gewicht bei der Entscheidung: „Ich bin hier wieder näher an Zuhause dran, das war mir wichtig“, so die Nationalspielerin, die in Emlichheim in Niedersachen nah der niederländischen Grenze aufgewachsen ist.

 

Goldene Mitte zwischen Dorf und Großstadt

Selbst ein Nordlicht, sind ihr die Mentalität und Sprache hier also vertraut, und auch das half, in Schwerin heimisch zu werden. „Es hat allerdings etwas gedauert, bis ich mich richtig eingewöhnt hatte, weil wir so viel Zeit beim Sport und auf Reisen verbringen. Was ich besonders schätze, sind die kurzen Wege hier. Ich wohne superzentral, alles ist zu Fuß oder mit dem Rad zu erreichen. Ich weiß, wo ich was kriege, ob Sport, Freizeit oder Kultur – ich kann mich direkt drauf losstürzen. Im Sommer hat man die Seen und braucht nicht mal bis ans Meer fahren. Kein Vergleich zum Alltagsstress als in Berlin, ein toller Mittelweg.“

 

Spitzensport made in Schwerin

Als Angreiferin und Kapitänin des SSC trägt Jennifer wiederum für viele Mecklenburger entscheidend zur Attraktivität der Landeshauptstadt bei – durch absoluten Spitzensport: Die Volleyballerinnen sind seit Jahren der einzige Erstligist im Bundesland. Schon über 60 Jahre Tradition, zahlreiche Titel zu DDR-Zeiten wie auch nach 1990 können sie vorweisen, zuletzt den Meistertitel und den Supercup-Sieg 2017. Das macht den renommierten Verein zum gewichtigen Leuchtturm und Botschafter für Stadt und Region. Bei jedem Auftritt trägt das Team den Namen Schwerin mit einem überaus positiven Image in die Welt. Zweifellos gehören die Stars, bodenständig und ohne jede Allüren, denn auch zur lokalen Prominenz: „Mich erkennen inzwischen eigentlich immer einige Leute, wenn ich unterwegs bin“, bestätigt Jennifer. „Viele winken dann, zeigen den Daumen hoch, freuen sich. Die Atmosphäre bei den Heimspielen und die Unterstützung der Fans generell sind großartig. Wahrscheinlich würden sogar noch mehr kommen, wenn die Halle größer wäre.“

 

Engagierter Arbeitgeber mit treuen Partnern

Der SSC ist auch einer der ungewöhnlichsten Arbeitgeber der Stadt. Neben der Mannschaft, dem Trainerstab und der Geschäftsstelle sind rund um die Heimspiele gut 50 Mitarbeiter in der Palmberg Arena aktiv. Den Sportlerinnen bietet der Verein neben hervorragenden sportlichen Bedingungen auch viel Unterstützung drumherum. „Jede von uns bekommt hier eine Wohnung oder WG. Auch Autos stehen uns inzwischen zur Verfügung, das ist nicht selbstverständlich“, erzählt Jennifer. „Für mich war auch ganz wichtig, dass ich neben dem Sport meine Ausbildung machen kann.“ Der SSC kooperiert mit der WINGS in Wismar und der FH des Mittelstandes in Schwerin –  die 23-jährige studiert in Wismar im Fernstudium BWL mit Schwerpunkt Logistik. Die Sponsoren des Vereins engagieren sich zudem übers Finanzielle hinaus. So konnte Jennifer beim langjährigen SSC-Unterstützer LSK Lobenstein & Stenzel ein Praktikum machen. Den Ausbildern, in Schule wie in der Praxis, verlangt das viel Verständnis ab: Eine geregelte Arbeitswoche ist für die Profisportler zwischen einem Trainingspensum von bis zu fünf Stunden am Tag und den Spielen schlicht nicht machbar.

 

Viel zu entdecken in Westmecklenburg

Aus dem gleichen Grund kommt Jennifer auch selten aus der Stadt heraus, kennt vom Westmecklenburger Umland noch nicht so viele Highlights. „Wenn wir, was selten vorkommt, sonntags mal Zeit haben und an die Ostsee fahren, staune ich, wie idyllisch klein die Dörfer hier sind und wie viele trotzdem ein eigenes Ortsschild und sogar Bahnanschluss haben. Das kenne ich von daheim nicht, da gibt’s selbst bei größeren Orten nur ein Durchfahrtsschild und das war‘s.“

Auch wenn die junge Volleyballerin kaum den Rest ihrer Karriere in Schwerin verbringen wird – „ein Leben nach dem Sport hier wäre für mich persönlich absolut vorstellbar.“

Mehr über den SSC Palmberg Schwerin hier oder auf Facebook! Oder lies mehr darüber, warum Schwerin die „Lebenshauptstadt“ ist.

 

 

 

 


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