„Dreiviertel zehn“ ist eine kleine Rechenaufgabe

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Nordlichter sind Nordlichter, sollte man meinen. Ob aus Schleswig-Holstein oder Westmecklenburg, man ist sich ähnlich, etwas wortkarger als anderswo, eher mal in sich gekehrt und scheinbar verschlossener. Dass es aber doch ein paar kleine Unterschiede gibt, das versteht Merlin (22) jetzt gut, nachdem er inzwischen anderthalb Jahre in der Region ist.

 

„Junge, bring Spee mit“

Merlin ist seiner Freundin aus der Nähe des holsteinischen Oldenburg hierher nach Schwerin gefolgt, als diese sich für die Ausbildung an einer staatlichen Schule entschieden hat. Dass die beiden von zuhause weggehen, war ziemlich klar, dass man sich im Norden und nicht allzu weit entfernt der Heimat umsehen will, auch. Die Suche nach dem nächsten Schritt bestimmte Merlins Wunsch, sich in der Kunst der Kommunikation weiterzuentwickeln. Optionen gibt es in Westmecklenburg einige, Studieren in Schwerin zum Beispiel. Merlin entschied sich für den Diplomstudiengang Kommunikationsdesign an der Hochschule Wismar. „Nach meiner persönlichen Probezeit und drei Semestern Studium habe ich gemerkt, dass mir dieser Weg nicht liegt und dass es mich in die Praxis zieht. Ich hatte mich aber inzwischen in die schöne Region verliebt und wir wollten unbedingt hier bleiben. Mieten sind günstiger als zuhause und auch das Leben ist es in einigen Bereichen. Wenn wir zu Besuch nach Oldenburg fahren, müssen wir zum Beispiel immer Vorräte an Spee mitbringen, weil das hier günstiger ist.“, grinst Merlin beim Interview verschmitzt.

 

Alles, was man braucht

Inzwischen macht Merlin eine Lehre bei der kleinen Agentur PS. Werbung & Verlag in Warnitz, in der Nähe von Schwerin. Das junge Paar ist glücklich hier in der Lebenshauptstadt, für beide war der Umzug nach Schwerin der Schritt in die größere Stadt. „Die Angebote können nicht mit Hamburg mithalten, aber das ist gar nicht, was wir gesucht haben. Wir genießen die Shopping-Auswahl, es ist gemütlich und immer etwas los. Man kennt sich und wir mögen die „hart aber herzlich“-Mentalität hier. Und wenn es jemand unbedingt braucht, ist man in einer Stunde in Hamburg.“, ist sich das Paar einig. Und, das hören wir Westmecklenburger natürlich gerne, auch die Strände und Promenaden der Ostsee sind hier etwas schöner, eben etwas moderner.

 

Nur die „Soljanka-Erfahrung“ fehlt noch

An den „türkischen“ Kaffee musste sich Merlin erst gewöhnen und fand die Idee zunächst befremdlich, dass die Kollegen dieses krümelige Getränk so lieben. Als er das erste Mal nach einem Zellstoff für die Nase gefragt wurde, war er leicht verwirrt. Aber inzwischen weiß er sogar, wie spät es dreiviertel zehn ist.

Hier geht´s zum Rezept für die leckere Suppenspezialität Soljanka, die auch in Westmecklenburg gern gegessen wird.

 


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