Von Jacken und Hosen – Berufsbekleidung mit System

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Die Parchimer Textil-Service GmbH ist spezialisierter Dienstleister im deutschlandweiten Verbund

Eine kleine Wäscherei mit einer Handvoll Angestellten – so stellen sich viele ein Unternehmen vor, welches das Wort Textilservice im Namen trägt. Der Parchimer Textil-Service Mecklenburg ist davon jedoch meilenweit entfernt. 200 Mitarbeiter hat das Unternehmen, welches 2019 einen Jahresumsatz von 17 Millionen Euro erwirtschaftet hat. „Wir sind keine Lohnwäscherei, sondern ein textiler Dienstleister mit Rundum-Service“, betont Geschäftsführer Knut Wetzig.

 

Angefangen von der Beratung über die Beschaffung der entsprechenden Berufsbekleidung mit Logos, Namen und sonstigen Gestaltungswünschen bis hin zur wöchentlichen Reinigung, Reparatur oder Ersatz – der Mehrwert liege auf der Hand. „Wir kümmern uns um alles, was mit Berufsbekleidung zu tun hat, egal für welche Branche“, so Wetzig. Die Anforderungen an zertifizierte Waschverfahren oder verschiedene Schutzklassen seien inzwischen so speziell geworden, dass es für viele Unternehmen eine enorme Entlastung ist, wenn sie das vertrauensvoll in unsere Hände geben können.“ Etwa 2800 Kunden betreut das Unternehmen in ganz Mecklenburg-Vorpommern sowie im nördlichen Brandenburg und Berlin. Als eigenständiges Mitglied im bundesweiten DBL-Verbund, einem Zusammenschluss rechtlich selbstständiger Unternehmen der textilen Mietbranche, bedienen die Parchimer einen festen regionalen Bereich. Fünf Verkäufer und zwölf Kundenbetreuer sorgen für Aufträge und Kundenzufriedenheit.

 

Diese kann nur gelingen, wenn auch die Mitarbeiter zufrieden sind. Knut Wetzig ist stolz darauf, dass es im Unternehmen eine sehr geringe Fluktuation gibt. Seit er 2007 ins Unternehmen kam, ist die Zahl der Mitarbeiter um fast zwei Drittel gestiegen. Wetzig bemüht sich, ihnen seine Wertschätzung für die geleistete Arbeit zu zeigen. Es gibt eine hauseigene Kantine, freie Getränke, Smoothies und Joghurtdesserts für das leibliche Wohl. Auch Massagen werden regelmäßig angeboten. Wer einen Monat lang gesund bleibt und sich nicht krank meldet, erhält einen 40-Euro-Gutschein. Als die Kinderbetreuungskosten noch nicht vom Staat übernommen wurden, hat Knut Wetzig diese als Arbeitgeber getragen. Mit solchen Maßnahmen versucht der Firmenchef das relativ geringe Lohnniveau der Branche ein wenig abzufedern und Anreize für seine Mitarbeiter zu schaffen. „Ich versuche einen Mittelweg für alle 200 zu finden“, sagt er. Das sei nicht immer einfach. Dennoch sehe er es als seine persönliche Aufgabe an, seine Leute zu motivieren, ihre Aufgaben im Unternehmen erfolgreich zu erledigen. „Wir sind nur produktiv, wenn sich beide Seiten wertschätzen“, ist der 42-jährige Familienvater überzeugt.

 

Er ist praktisch mit dem Unternehmen erwachsen geworden. 1990 übernahmen seine Eltern die Geschäftsführung des neu gegründeten Betriebes. Als Kind konnte er sich nicht vorstellen, selbst einmal im Unternehmen zu arbeiten. Auch weil er zum Teil negative Emotionen damit verband, da seine Eltern viel arbeiteten und wenig Zeit für ihn blieb. Nach dem Studium machte er den Eltern zuliebe dennoch eine Rundreise durch sechs Partnerunternehmen in ganz Deutschland. Schon nach der ersten Station war er überzeugt. 2010 übernahm er die Geschäftsführung – passend zum 20-jährigen Jubiläum. Fünf Jahre später wurde eine zweite Werkshalle nebenan eröffnet. Hier fahren mittags die ersten LKW vor und liefern die getragene Kleidung von den Kundenbetrieben ab. Erst wird sortiert, die Taschen gelehrt und den riesigen Waschmaschinen zugeordnet. „Jedes Kleidungsstück ist mit einem Barcode versehen, so dass wir zu jeder Zeit wissen, wo sich das Teil befindet und welcher Person es gehört“, erklärt Wetzig. „So stellen wir auch sicher, dass wirklich jeder auch sein Kleidungsstück wieder zurückbekommt.“

 

Nach dem Waschen wird getrocknet, auf Fehler oder hartnäckige Verschmutzungen kontrolliert. Einiges kommt auf Bügel und wird für den Transport zum Kunden vorsortiert, anderes wird sauber gefaltet und in Wäschesäcke verpackt. Eine ausgeklügelte Sortiertechnik sorgt dafür, dass am Ende alle Kleidungsstücke der entsprechenden LKW-Tour zugeordnet werden und sauber wieder beim Kunden landen. Dafür verantwortlich ist der hauseigene Fuhrpark, für den 37 Fahrer unterwegs sind. Sie halten den Kreislauf, den Berufsbekleidung aus dem gesamten Nordosten im Parchimer Unternehmen durchläuft, Tag für Tag in Bewegung.

Text und Fotos: Manuela Heberer