Ein buntes Kleid fürs Ei

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Die eggbox GmbH in Wittenburg produziert Millionen Eierverpackungen für hunderte Kunden in ganz Europa

 

Eierkarton ist nicht gleich Eierkarton. Für Gunnar Jensen steht das fest. Vor elf Jahren ist er ins Geschäft mit den bunten Pappen eingestiegen. Seitdem produziert sein Unternehmen eggbox in Wittenburg für den Eierhandel in ganz Europa. Den Unterschied mache die ganzseitige Werbefläche auf den Kartons. „Unsere Kunden wollen sich dadurch vom restlichen Sortiment abheben und besondere Kaufanreize schaffen.“ Das Auge esse eben mit. Sogar den Weltverpackungspreis hat eggbox für eine seine Verpackung im Jahr 2013 bereits erhalten.

 

Die Idee dafür entstand ursprünglich in Niedersachsen. Zunächst ging es nur darum, eine Alternative zur sonst üblichen Fasergussverpackung zu entwickeln. Entstanden ist die vollflächig bedruckbare eggbox aus 100% recyceltem Altpapier. Der Mitbegründer von eggbox, Helge Schultze, erfuhr davon, übernahm mit Gunnar Jensen das Unternehmen und siedelte sich in Wittenburg an. „Mit drei Maschinen sind wir damals hier gestartet“, erinnert sich der heutige Geschäftsführer Jensen. Derzeit sind elf Maschinen in Betrieb, bald werden es 15 sein. Bereits seit 2011 ist die eggbox auch als Variante aus FSC-zertifiziertem Material erhältlich. Mehrere Millionen Eierkartons werden hier derzeit im Jahr produziert. Im Vergleich zu den drei ernsthaften Mitbewerbern sei das eine eher kleinere Menge. Dennoch ist das Unternehmen auch über die Grenzen hinweg bekannt. Die Exportquote lag vor einigen Jahren noch bei über 80 Prozent. Aber auch die Anzahl der Kunden in Deutschland steige weiter stetig an.

 

Als bedruckte Rohlinge kommen die Pappen vorgestanzt in die Produktion. Spezielle Maschinen falten diese, setzen alle Bestandteile zusammen, positionieren die Klebepunkte und entlassen einen fertigen Eierkarton. Täglich werden diese zu Tausenden genestet – also behutsam ineinandergeschoben – auf Paletten verladen und gelangen per Spedition zu den Kunden. Dort werden die Eier per Hand oder überwiegend mit Hilfe von Sortiermaschinen darin abgepackt und anschließend in den Handel gebracht.

 

Vom kleinen Halter mit 10.000 Eiern pro Jahr bis zum Großerzeuger reicht der Kundenkreis von eggbox. Meist nutzen sie eigens designte Kartons, für kleinere Betriebe hat Gunnar Jensen auch Standard-Druckmotive auf Lager. Ob klassische 10er, Doppel-6er oder Doppel-4er-Packung, der Kunde hat die Auswahl. „Immer häufiger werden derzeit auch Verpackungen für bunte Eier nachgefragt“, berichtet Jensen. Das habe vor allem etwas damit zu tun, weil gerade eine Abkehr von Plastikverpackungen zu beobachten sei. Das spiele Jensens Unternehmen natürlich in die Karten. Sogar Anfragen aus Kanada, den USA und Chile habe er bereits für seine Verpackungen erhalten. Hier mache es jedoch sowohl aus ökologischer als auch wirtschaftlicher Sicht keinen Sinn, die leeren Verpackungen in Containern über die Weltmeere zu verschiffen.

Das Knowhow seines Unternehmens will Gunnar Jensen stattdessen in Form seiner Maschinen weitergeben. Ein Franchise-System ist in Planung. Bald sollen die im Haus gebauten Maschinen für die Herstellung der gefragten Eierkartons weltweit im Einsatz sein. Bau und technischer Support sollen in Wittenburg bleiben. Hier habe er gute Voraussetzungen für sein Unternehmen und eine gute Anbindung an seine Heimatstadt Hamburg, so Jensen. Außerdem sei dies wesentlich klimaschonender. Gerade wird eine Solaranlage auf dem Dach der Produktionshalle installiert, mit der etwa ein Drittel des benötigten Stroms aus regenerativen Energien selbst produziert werden kann. Der ökologische Fußabdruck sei insbesondere auch für seine Kunden sehr wichtig, erzählt Jensen. Nicht wenige sind biozertifiziert, etliche wirtschaften nach Demeter-Richtlinien. „Die wollen schon sehr genau wissen, wo und wie produziert wird, um sicherzustellen, dass unsere Produkte mit ihren ökologischen Ansprüchen zusammenpassen.“

Text und Fotos: Manuela Heberer