Inspiriert von Afrika

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Elephant Gin aus Wittenburg macht sich stark gegen Wilderei und für den Schutz von Elefanten

 

Kochab ist ein Elefant, 25 Jahre alt, der zusammen mit seiner Familie in Kenia lebt. Sein Name steht auf 600 Flaschen gefüllt mit Elephant Gin – handbeschrieben in kalligraphischer Schrift. Auf anderen Flaschen stehen die Namen von Ndume, Astro und Letaba. Unzählige Elefantennamen und ihre ganz speziellen Geschichten hat das Team von Elephant Gin in den letzten Jahren zusammengetragen. Einigen von ihnen sind sie selbst schon begegnet. Die grauen Riesen sind der Ursprung der Unternehmensgeschichte. Ohne sie würde es das edle Getränk aus Mecklenburg wahrscheinlich nicht geben.

 

Auf ihren Reisen entdeckten Tessa und Robin Gerlach den Zauber der afrikanischen Elefanten für sich, die Schönheit der Natur – und die Gefährdung von beidem, sei es durch Wilderei aber auch durch den fehlenden Bezug der einheimischen Bevölkerung zu den Tieren. Vor allem für Tessa stand fest, dass sie helfen will. Schnell war für sie und Ehemann Robin klar, dass sie dabei ihre eigene Leidenschaft für das Land in den Vordergrund stellen wollen, um andere mitzureißen. „Dieses Gefühl, nach einem langen Tag im Busch mit einem Glas Gin den Sonnenuntergang zu genießen, ist einfach unbeschreiblich schön“, sagt Robin Gerlach.

 

 

Seinen Ursprung hat das alkoholische Getränk – häufig salopp als Wacholderschnaps bezeichnet – in London. Dort lebten Tessa und Robin Gerlach zehn Jahre lang und lernten die häufig auch für Cocktails verwendete Spirituose in vielen guten Bars lieben. Vor zehn Jahren begannen sie, sich intensiver damit zu beschäftigen, besuchten Kurse, lernten das Handwerk des Destillierens. Von London aus gründeten sie ihr Unternehmen, produzierten jedoch von Anfang an in Mecklenburg. „Der Ruf der soliden deutschen Handwerkskunst ist uns auch in England immer wieder begegnet, deshalb haben wir uns bewusst dafür entschieden“, so Robin Gerlach. „Außerdem haben wir hier in der Region viele Apfelplantagen, von denen wir frische regionale Äpfel beziehen können, die wir für unseren Gin verwenden.“

 

Dort hinein kommen eben nicht nur Wacholder und Alkohol, sondern ausgewählte Zutaten. Äpfel aus dem nahen Umland, Orangenschalen, Holunderblüten, Latschenkiefer, aber auch afrikanische Kräuter wie Buchu und Baobab. Robin Gerlach liebt es, zu experimentieren, neue Sorten und Geschmacksrichtungen auszuprobieren. In der neuen Erlebnisdestillerie, die Elephant Gin im nächsten Sommer in Wittenburg eröffnen will, soll all dies auch für Besucher erlebbar werden. Von der Abfüllung bis zur Etikettierung kann man dort dann seinen ganz persönlichen Gin herstellen und mit nach Hause nehmen.

 

In vielen ausgewählten Bars rund um den Globus kann man den bereits mehrfach ausgezeichneten Gin des mecklenburgischen Unternehmens genießen. Im Online-Shop können die einzelnen Flaschen auch für zu Hause geordert werden. Um die 35 Euro kostet eine. Stets in liebevoller Handarbeit beklebt, beschrieben, verschlossen und verplombt. Den Elephant Sloe Gin mit handausgepressten Schlehen ziert ein buntes Perlenband um den Flaschenhals. Diese werden von Massai in Afrika hergestellt. Mindestens einmal im Jahr fährt das Team dorthin und besucht Hilfsprojekte und Stiftungen, die es unterstützt. 15 Prozent des Gewinns aus dem Gin-Verkauf fließen an Hilfsprojekte in Afrika. „Damit unterstützen wir vor allem die Bekämpfung der Wilderei und den illegalen Abschuss von Elefanten, aber auch die Rettung und Auswilderung von Elefantenwaisen. Seit unserer Unternehmensgründung im Jahr 2013 konnten wir bereits eine halbe Million Euro über den Verkauf sowie durch Spendenevents an die verschiedenen Projekte vor Ort stiften“, ist Robin Gerlach stolz.

 

Aus diesem Bedürfnis heraus haben Tessa und Robin Gerlach damals ihr komplettes Leben umgekrempelt und das Unternehmen Elephant Gin gegründet. Und diesen Geist bringen sie mit jeder Flasche ihres Gins hinaus in das Bewusstsein der Öffentlichkeit – immer im Sinne der Elefanten und der Natur Afrikas.

Text und Fotos: Manuela Heberer