New Work als alter Hut

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Bei Trebing + Himstedt werden innovative Arbeitsmethoden seit Jahren erfolgreich integriert

Socializing, Shared Desk, Clean Desk, Objectives and Key Results, Stand Ups, Remote Meetings – so sieht Alltagssprache bei Trebing + Himstedt in Schwerin und allen anderen Standorten aus. Mobiles Arbeiten, Homeoffice und New Work waren hier schon vor Corona längst keine Fremdwörter mehr. Das Unternehmen ist nicht nur Experte für Digitalisierung und Prozessautomation, sondern vor allem auch Innovationstreiber in Sachen agiles Projektmanagement.

Schon beim Eintritt in den lichtdurchfluteten Eingangsbereich des Firmengebäudes auf dem Gelände des Technologie- und Gewerbezentrums bemerkt man den Unterschied. Ein Kickertisch steht mitten im Raum, daneben einige Tische und Stühle. Ein Barbereich lädt zum Verweilen bei einem Heißgetränk ein. Nebenan befindet sich ein Großraumbüro. Dort erwartet einen nicht das gefürchtete Gemurmel und eine unangenehme Geräuschkulisse, sondern Stille. Hier ist konzentriertes Arbeiten angesagt, wer telefonieren will, geht raus. Auf dem Flur sind dafür gepolsterte  Sitznischen – sogenannte Alkoven – eingerichtet. Clean Desk nennen sich die Arbeitsplätze, alle Tische sind identisch ausgestattet. Nach jedem Arbeitstag werden sie clean hinterlassen – jeder nimmt seine Sachen wieder mit, denn morgen könnte jemand anders hier arbeiten wollen.

 

50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind mittlerweile im Unternehmen beschäftigt. „Allerdings haben wir hier im Haus gar nicht die 50 Arbeitsplätze für jeden, weil sowieso nie alle da sind”, erzählt Franziska Voeltz, die im Unternehmen für das Recruiting zuständig ist. Mobiles Arbeiten ist Standard bei Trebing + Himstedt. Das gesamte Team ist mit Surface-Laptops ausgestattet, was das Arbeiten praktisch von überall möglich macht. Wer ungestörte Telefonkonferenzen oder Meetings abhalten möchte, kann sich in entsprechende Räume einbuchen. Für größere Team-Besprechungen steht der Project Space zur Verfügung. Hier sind alle Möbel mit Rollen versehen, die Wände können versetzt werden, der Raum komplett nach den jeweiligen Bedürfnissen angepasst werden. Hier finden auch die regelmäßigen Stand Ups statt – Teammeetings im Stehen, „weil man dabei einfach kreativer arbeiten kann”, sagt Franziska Voeltz. Auch die Kollegen aus dem Homeoffice schalten sich digital dazu.

 

Im Konferenzraum gibt es Sitzsack und Surface Hub. Nebenan befindet sich das große Innovation Studio mit rollbaren Mini-Tribünen und sogenannten Stooltools zum lässigen Sitzen. „Für jemanden, der konventionelle Konferenzräume gewohnt ist, wirkt das hier auf den ersten Blick meist sehr ungewöhnlich”, weiß Fanziska Voeltz. Aber mittlerweile ist Trebing + Himstedt dafür bekannt. Ob Hackaton oder Nacht des Wissens, verschiedene öffentliche Veranstaltungen haben hier bereits stattgefunden. Bald soll der Raum noch ein Facelifting bekommen, „noch funktionaler werden”, erklärt Franziska Voeltz.

 

Zur experimentellen Atmosphäre trägt auch die Wow + Now Fabrik bei. Gäste können hier live die technischen Innovationen testen, die das Unternehmen entwickelt. Nur mit den Augen Produktionsprozesse steuern, Haken am Monitor setzen, Arbeitsschritte automatisieren – das passiert hier modellhaft im Kleinen. Im Großen sind diese Entwicklungen weltweit im Einsatz, insbesondere bei großen Anlagenbetreibern und Automobilzulieferern. Aber auch im Consumer-Bereich werden die Systeme immer mehr nachgefragt. Vor allem, wenn es um personalisierte Kundenwünsche und die Herstellung individualisierter Produkte geht, kommt die Technik zum Einsatz. Auch Corona treibe die Nachfrage nach mehr Digitalisierung von Fertigungsprozessen voran. Seit 2005 beschäftigt sich das Team von Trebing + Himstedt mit diesem Thema – ebenso lange, wie mit der Anpassung von Organisations-Abläufen und Arbeitsprozessen innerhalb des Unternehmens. Insofern ist New Work hier alles andere als neu.

 

Text: Manuela Heberer

Fotos: Manuela Heberer und Trebing + Himstedt